Les U. Knight aus Portland im US-Staat Oregon: verkauft seine Thesen mit einem Lächeln, bezeichnet sich selbst als Anarchisten. Auch er lebe in einer Beziehung, sagt er. Seine Partnerin Kirsten wollte sich gern reproduzieren. Doch Knight setzte sich durch. Das freiwillige Austerben des Homo sapiens - human sei das doch, findet er.
Auch, weil die Überbevölkerung in diesem Jahrhundert ein gewaltiges Problem darstellt, da sie exponentiell verläuft. Eine Kettenreaktion sozusagen. Wir dürfen in diesen Tagen den siebtmilliardsten Erdenbürger begrüßen. Im Jahr 2050 könnten es neun, vielleicht zehn Milliarden sein. "Täglich werden 200.000 Menschen geboren, das ist mehr als die weltweite Population von Menschenaffen", sagt Les Knight. "Das ist nicht nachhaltig", behauptet er im Interview mit dem britischen Independent. Denn mehr Menschen benötigten mehr Land, mehr Häuser, mehr Wälder, mehr Wasser.
Knight begrüßt daher Chinas Ein-Kind-Politik, auch wenn ihm eins noch immer zu viel ist. Jedes Jahr würden daher 18 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen gespart, berichtet etwa die China Daily. Der Verfechter des menschlichen Aussterbens setzt weiter auf Verbreitung seiner Idee. Immerhin hat die Facebook-Gruppe 5500 Mitglieder. Diskussion gibt es dort selten, die Feinde der Fertilität bestätigen sich nur gegenseitig.
Les Knight selbst ist da charmanter, widerspricht allen Anfeindungen, die ihn in eine Ecke mit religiösen Hardlinern oder Hitler stellen wollen. Er hält sich für den größten Humanisten - und fordert von jedem Reproduktionswilligen die ehrliche Beantwortung folgender Frage: "Angesichts der 40.000 Kinder, die täglich an Unterernährung sterben, und angesichts der Anzahl von Tier- und Pflanzenarten, die infolge unserer maßlosen Vermehrung aussterben - denken Sie, dass es eine gute Idee wäre, noch jemanden wie Sie in die Welt zu setzen?"
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