Thema Mai 2011

Die wahren Champions

Obwohl Menschen ihre Rekorde ständig verbessern, werden sie doch nie an die Spezialisten unter den Tieren heranreichen.

Kein Gramm Fett, lange Beine und einen schlanken Körper - so stellt man sich einen perfekten Läufer vor. Doch die Beschreibung passt viel besser auf einen Gepard. Die Raubkatze kann eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde erreichen. Diese kann sie maximal 400 Meter halten, denn Ausdauer besitzt sie keine.

Jedoch, ein 400-Meter-Ass wie Michael Johnson war auch nie Marathonläufer. Im Unterschied zu Johnson oder anderen Topsportlern vollbringen die wilden Athleten jeden Tag ihre Höchstleistungen. Zwangsweise, denn sie entscheiden darüber, ob das Tier Beute macht, oder hungrig schlafen gehen muss - schlimmstenfalls sogar über Leben oder Tod.

Einen zweiten Sieger gibt es im Duell Gepard und sagen wir Gazelle nicht. Der Zweite ist der erste Verlierer und meistens tot.
Den Gesetzen des Darwinismus unterliegt der Mensch schon seit der Urzeit nicht mehr. Dank seiner Fähigkeit zum komplexen Denken, zur Anpassung und zum Lernen musste er nicht in einer Sache der Beste werden. Zum Glück, denn im täglichen Lebenskampf hätten unsere Urahnen im Wettstreit mit Leopard, Löwe und Bär wohl sonst nicht bestanden. So ist es beim Menschen wie bei einem Zehnkämpfer: Er ist in allem gut, kann den Spezialisten aber nicht das Wasser reichen.

Angesichts der Höchstleistungen der Tiere kann er nur staunen: Mit 90 Kilometern/Stunde schießt der Schwertfisch durchs Wasser, braucht über 100 Meter nur vier Sekunden. Selbst ein Delfin ist noch halb so schnell. Ein Alligator kann sogar bis zu zwei Stunden unter Wasser bleiben. Der Rothirsch (67 km/h) würde die 100 Meter in weniger als fünf Sekunden bewältigen. Jahrtausende dieser natürlichen Auslese haben die Tiere zu wahren Champions gemacht, mit denen sich der Mensch nur voller Scham vergleichen kann. In der Luft ist der Falke der Schnellste. Im Sturzflug erreicht er an die 300 Stundenkilometer.
Ganz unverdächtig sind die Höchstleistungen der Tiere allerdings nicht, so manche würden bei Doping-Kontrollen glatt durchfallen.

Die in Asien lebenden Streifengänse betreiben Blutdoping: Das Hämoglobin kann bei niedrigem Druck schnell Sauerstoff aufnehmen und schafft es dank dieses biologischen Tricks, Hochgebirge von über 7000 Meter zu überfliegen.

Das Spielchen: «Wer kann länger die Luft anhalten» würden die besten Synchronschwimmerinnen gegen jede lahme Ente verlieren. Sie kann 15 Minuten lang die Luft anhalten - und braucht keine Nasen- oder Schnabelklammer wie die Grazien des Wassersports: Die müssen spätestens nach zwei Minuten wieder auftauchen.

Bei den Werfern findet der Mensch seinen Meister schon in der Pflanzenwelt: Die Tropische Liane schleudert ihre Samen 15 Meter weit. Was sind dagegen die dopingverdächtigen Diskusweite des Homo sapiens Róbert Fazekas (70,93 m).

Quelle: http://www.news.de/sport/855072133/supersportler-der-erde/1/


 

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